Varikose

Symptome

Krampfadern sind weit verbreitet: Zwei von drei 70-Jährigen sind davon betroffen. Meist sind Krampfadern zwar vor allem ein kosmetisches Problem. Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet an offenen Beinen (Ulcus cruris), bedingt durch eine Erkrankung der Venen.

Diagnostik

Mit der farbkodierten Duplexsonographie steht den Gefässspezialisten heute eine schmerzlose Methode zur differenzierten Untersuchung der Venen zur Verfügung. Die wichtigste Therapie und zugleich Prävention bei Venenleiden stellen die Kompressionsstrümpfe dar. Sie werden vom Arzt verschrieben und auch genau angepasst.

Spätestens bei ersten Warnsignalen wie Beinschwellungen und Veränderungen der Haut in Form von kleinen braunen Flecken (Hyperpigmentation) oder erweiterter Venen im Bereich der Fuss-Innenseite sollten Patienten aber eine chirurgische Therapie mit einem Spezialisten diskutieren. Glücklicherweise stehen uns heute verschiedene moderne Therapien zur Behandlung von Krampfadern zur Verfügung.

Prävention

Trotz modernster therapeutischer Möglichkeiten steht nach wie vor die Prävention im Vordergrund. Die Tipps dazu sind einfach: Beine hochlagern, kaltes Abduschen der Beine, viel Bewegung und gesunde Ernährung – das hilft uns wirkungsvoll, Krampfadern vorzubeugen.

Therapie

Endovenöse Laserablation

Die endovenöse Laserablation ist ein wirksames, einfach durchzuführendes Verfahren zur Behandlung von grösseren Krampfadern (Varizen) und klappeninsuffizienten oberflächlichen Stammvenen des Beins (V.saphena magna / parva).

Was kann nicht behandelt werden

Stark geschlängelte und sehr kleine Krampfadern können mit der endovenösen Laserablation nicht behandelt werden. Diese Krampfadern werden mit Phlebektomie und Sklerotherapie behandelt.

Wie wird die Behandlung durchgeführt

Nach einer Hautpunktion wird unter Ultraschallkontrolle eine dünne Laserfaser in die Krampfader vorgeschoben. Indem die Laserfaser langsam aus der Krampfader zurückgezogen wird, erfolgt die Laserbehandlung entlang der gesamten Vene. Die durch die Laserenergie bedingte Hitze führt zu einem kompletten Verschluss der Vene. Dank der speziellen Lokalanästhesie (Tumeszenz-Anästhesie, bei der um und entlang der Krampfader eine grosse Flüssigkeitsmenge mit Lokalanästhetikum gespritzt wird) wird eine Verletzung des umliegenden Gewebes verhindert. Die Laserbehandlung dauert ca. 2 Stunden. Sie können kurz nach dem Eingriff aufstehen, den Behandlungsraum verlassen und ihren üblichen Aktivitäten nachgehen.

Warum wir die Behandlung empfehlen

Die endovenöse Laserablation kann ambulant durchgeführt werden, benötigt nur eine Lokalanästhesie, hinterlässt keine Narben und hat nur ein sehr geringes Risiko (unter 1%) für eine Infektionen, Nervenschädigungen und Schmerzen nach dem Eingriff. Mehrere grosse Studien konnten zeigen, dass dieses Therapieverfahren eine unmittelbare Erfolgsrate von mehr als 97% und nach 4 Jahren von 96% hat. Die endovenöse Lasertherapie kann mit einer ambulanten Phlebektomie oder einer Sklerotherapie kombiniert werden. Diese Therapien lassen sich in der gleichen Therapiesitzung oder aber verteilt auf mehrere Sitzungen durchführen.

Krankenkasse

Die Kosten für die Behandlung mit der Laserfaser betragen SFr. 1000.00 und werden noch nicht von jeder Krankenkasse übernommen. Sie müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Die übrigen ärztlichen Leistungen und Materialkosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Phlebektomie (Miniphlebektomie)

Mit der Phlebektomie werden kleinere und stark geschlängelte Krampfadern mit einem Häkchen herausgezogen.
Die ambulante Phlebektomie ist eine kleine Operation, bei der die Krampfadern (Varizen) nach kleinen Hauteinschnitten (Inzisionen) in Lokalanästhesie segmentweise entfernt werden.

Diese Behandlung wird sehr gut toleriert. Die kleinen Hautschnitte hinterlassen nach einigen Monaten einige Millimeter lange Narben. Da der Eingriff ambulant erfolgt, können Sie am Folgetag ihren Alltagsaktivitäten nachgehen.
Als Alternativtherapie kommt das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen in Frage.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

Diese treten selten auf und sind harmlos. Kleine Blutungen (Hämatome) verschwinden innert Wochen nach dem Eingriff. Besenreiser (feine Varizen) im Bereich der entfernten Vene verschwinden meist spontan, gelegentlich kann aus kosmetischen Gründen eine Sklerotherapie (Verödung) notwendig sein. Infektionen, Entzündungen von Venensegmenten in der Nähe der entfernten Venen, eine tiefe Venenthrombose oder eine Verletzung eines begleitenden Hautnerven sind Raritäten (weniger als 1% der Fälle). Ebenfalls selten treten allergische Reaktionen auf das verwendete Lokalanästhetikum, Desinfektionsmittel oder Verbandsmaterial auf.

Ultraschallgesteuerte Schaum-Sklerotherapie
Was kann behandelt werden

Diese Technik kann zur Behandlung grosser Krampfadern als Alternative zum chirurgischen Verfahren (Phlebektomie, Stripping) und in Ergänzung zur endovenösen Laserablation eingesetzt werden.

Sehr kleine Varizen mit einem Durchmesser von weniger als 3mm und Besenreisern, welche mittels Mikro-Sklerotherapie behandelt werden.

Nach der Lokalanästhesie werden die Krampfadern mit einer Venenverweilkanüle oder einer feinen Nadel unter Ultraschallkontrolle punktiert und mit einer geschäumten Flüssigkeit aufgefüllt, welche die Krampfaderwand zerstört. Das zu behandelnde Bein wird während der Injektion hoch gelagert, damit die oberflächlichen Venen blutleer sind. Der gespritzte Schaum breitet sich rasch in den Krampfadern aus, was mit Ultraschall kontrolliert wird. In der Regel werden 2 bis 6 Injektionen pro Bein notwendig. Es wird in der Regel ein Bein pro Therapiesitzung behandelt.

Warum wir die Behandlung empfehlen

Geeignete Krampfadern können mit der Schaum-Sklerotherapie ohne Operation behandelt werden. Die Schaum-Sklerotherapie kann ambulant durchgeführt werden. Es ist keine Narkose notwendig. Der Patient bleibt immer arbeitsfähig.
Als Alternativtherapie kommt das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen oder ein chirurgisches Verfahren in Frage.